Warum wir Generationslabels hinterfragen

Robert Eysoldt, Gründer von Age Bombs, hält nichts von Generationslabels.

Gen Z. Millennials. Babyboomer. Kaum eine Präsentation, kein Strategiepapier, keine Marktanalyse kommt ohne sie aus. Die Begriffe wirken präzise und anschlussfähig. Sie strukturieren Debatten und liefern schnelle Erklärungen. In Organisationen. In Märkten. In Kultur. In Politik. Doch wie belastbar ist das wirklich?

Was genau erklären Generationslabels eigentlich?

Der Mythos der Generationslabels hält sich hartnäckig. Selbst wenn sie in Texten relativiert werden, wirken sie in zugespitzten Headlines oder Werbeslogans weiter. Als schnelle Erklärung. Als vermeintliche Orientierung. Als Click-Trigger. Sie erzeugen Schubladen, bevor jemand den ersten Absatz liest. Und was einmal zugespitzt wird, bleibt hängen. Selbst wenn es später differenziert wird. Vielleicht ja auch in deinen Texten.

Gesellschaftliche Dynamiken verlaufen nicht entlang von Geburtsjahren.

Gesellschaftliche und berufliche Dynamiken verlaufen quer durch Lebensläufe. Wandel, Unsicherheit oder technologische Umbrüche betreffen Menschen unabhängig vom Geburtsjahr. Sie folgen keinem sauberen Altersschema.

Zeitkontext ist real. Kollektividentität ist Konstruktion.

Wer in einer bestimmten historischen Phase aufwächst, erlebt ähnliche technologische Umbrüche, politische Ereignisse oder kulturelle Codes. Das prägt den Kontext, nicht die Persönlichkeit.

Doch aus geteiltem Zeitkontext wird schnell eine kollektive Identität konstruiert. Genau hier überschreiten Generationslabels die Grenze von Beschreibung zu Zuschreibung.

Das ist analytisch unpräzise und strategisch riskant. Wer entlang vermeintlicher Mentalitäten rekrutiert, übersieht reale Kompetenzen. Wer Produkte auf stereotype Bedürfnisprofile zuschneidet, entwickelt am Alltag vorbei. Und wer kommunikativ mit Schlagworten operiert, verfestigt Bilder, die sich später nur schwer korrigieren lassen.

Warum also halten sich die Labels trotzdem?

Weil sie Komplexität reduzieren.
Weil sie einfache Narrative liefern.
Weil sie schnelle Orientierung versprechen.

In einem Umfeld, das schnelle Antworten belohnt, wirkt das verführerisch. Doch diese Vereinfachung hält der Realität nicht stand. Wenn die zugrunde liegende Gruppe heterogen ist, wird aus Orientierung eine pauschale Zuschreibung. Aus einem Zeitmarker wird ein Identitätsrahmen, der Menschen auf Eigenschaften reduziert, die sie so nicht tragen.

Strukturen wirken stärker als Jahrgänge.

Wer Verhalten primär über Generationslabels erklärt, übersieht strukturelle Faktoren. Arbeitsbedingungen. Führung. Zugang zu Ressourcen. Machtverhältnisse. Lernkultur. Geschlecht. Soziale Lage. Bildung. Diese Dimensionen wirken zusammen und verändern je nach Konstellation Handlungsspielräume und Ergebnisse.

Die Forschung ist hier deutlich. Studien der OECD zeigen seit Jahren, dass Kompetenzen, Lernfähigkeit und Produktivität stärker von Rahmenbedingungen abhängen als vom Alter. Wer weiterhin mit Generationslabels argumentiert, blendet diese Erkenntnisse aus.

Sprache schafft Wirklichkeit.

Und an dieser Stelle richtet sich der Text an alle, die nach Alter sortieren und daraus vermeintlich klare Schlüsse ziehen. An alle, die aus einem Geburtsjahrgang auf Haltung, Leistungsbereitschaft, Werte oder Kompetenzen schließen.

An alle, die mit Begriffen wie „Generation“, „jung“, „alt“, „Digital Native“ oder „Silver“ arbeiten und damit Bilder erzeugen. Wer aus Jahrgängen Charakterprofile ableitet, verwechselt statistische Marker mit Identität. Er oder sie behandelt Vielfalt wie Einheit und macht aus Wahrscheinlichkeit Gewissheit. Genau hier beginnt die Verzerrung.

Alter beschreibt einen Zeitkontext. Es erklärt keine Persönlichkeit.

Wir hinterfragen Zuschreibungen, bevor sie zu Strategien werden.

Age Bombs arbeitet mit einem mehrdimensionalen Blick auf Alter. Wir hinterfragen Zuschreibungen, bevor sie zu Strategien werden. Wir machen implizite Altersbilder sichtbar, bevor sie Prozesse, Kriterien und Kultur prägen. Und wir entwickeln Formate, die Organisationen helfen, ihre eigenen Entscheidungslogiken zu überprüfen und weiterzuentwickeln.

Neue Denkräume entstehen nicht von selbst.

Wenn ihr bereit seid, Generationslabels und Alterslogiken zu hinterfragen, dann lasst uns sprechen.

Bucht einfach einen unverbindlichen Video-Call mit Robert Eysoldt, dem Gründer von Age Bombs und findet heraus, welches Format euch am besten voranbringt und wie wir gemeinsam Haltung in Bewegung setzen können.

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